Arthrose wird umgangssprachlich als Gelenkverschleiß bezeichnet und gilt als die häufigste Form aller Gelenkerkrankungen. Die Krankheit betrifft vor allem ältere Menschen und ist durch einen sich abnutzenden und somit immer dünner werdenden Knorpel zwischen den Knochen charakterisiert. Die Knorpelschicht bildet im gesunden Gelenk einen Puffer zwischen den Knochenenden und verhindert, dass diese bei Bewegungen direkt aufeinander reiben. Da die Knochenhaut und die Gelenkkapsel über zahlreiche Schmerzrezeptoren verfügen, verursachen Bewegungen ohne ausreichend vorhandenes Knorpelgewebe bei Betroffenen Schmerzen. Hinzu können Schwellungen und schmerzhafte Gelenkentzündungen kommen.

Wie macht sich Arthrose bemerkbar?

Die Anzeichen einer beginnenden Arthroseerkrankung sind schleichend. Steifheitsgefühle im Gelenk, Schmerzen bei Belastung können im schlimmsten Fall zu einem Dauerschmerz mit akuter Bewegungseinschränkung führen. Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen. Oftmals tritt die Arthrose nicht nur in einem, sondern in mehreren Gelenken gleichzeitig auf. Zudem führt die natürliche Reaktion, das erkrankte Gelenk nicht zu belasten, zu einer Schonhaltung, welche wiederum für andere Gelenke eine erhöhte Belastung bedeutet. Ein Teufelskreis, gelten doch zu wenig Bewegung und Übergewicht zu den Risikofaktoren für eine schnell fortschreitende Arthrose. Heilbar ist die Krankheit nicht, es gibt jedoch gute Möglichkeiten, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

Einfluss von Bewegung

Um eine fortschreitende Versteifung der Gelenke und Übergewicht zu vermeiden, ist regelmäßige Bewegung unumgänglich. Erst durch Bewegung wird das entsprechende Gelenk angeregt, die Synovialflüssigkeit, eine Schmiersubstanz zwischen den Knochen, zu produzieren, welche ersatzweise zum abgebauten Knorpel dämpfend und als Puffer wirkt. Bei körperlicher Betätigung sollte jedoch eine extreme Belastung der Gelenke vermieden werden. Stattdessen sind Spazierengehen oder die sportlichere Variante Nordic Walking, Schwimmen, Wassergymnastik oder Radfahren ideale Sportarten, um effektiv und gelenkschonend etwas für Körper und Seele zu tun.

Wichtig dabei ist, eine Sportart zu finden, die schmerzfrei ausgeführt werden kann und die sich circa dreimal pro Woche gut in den Alltag integrieren lässt. Die Bewegungen sollten leicht auszuführen sein. Es empfiehlt sich, erst langsam mit der Belastung zu beginnen und das Gelenk dabei aber nur zu schonen, wenn es heiß, geschwollen und entzündet ist. Vor allem das Training in der Gruppe empfinden viele Patienten als sinnvolle Bereicherung für eine aktive Freizeitgestaltung. Sportliche Bewegung ist eine einfache, aber effektive Therapieform, die zusammenbringt und Spaß macht.

Einfluss einer gesunden Ernährung

Da Adipositas und Bewegungsmangel als Risikofaktoren gelten und den Verlauf einer Arthrose negativ beeinflussen können, ist gesundes Abnehmen bei vorliegendem Übergewicht ein erster Schritt zur Behandlung der Krankheit und zur Linderung der Beschwerden. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Kartoffeln, Reis, Magermilchprodukten und viel Fisch trägt zu einer raschen Gewichtsreduktion. Vermieden werden sollten hingegen tierische Fette, Alkohol und Kaffee, Zucker, Spargel und Nüsse.

Auf regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Tees und Wasser sollte geachtet werden. Als Geheimtipp gilt dabei übrigens grüner Tee, welchem eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird – eine gute Möglichkeit zur Sofortanwendung bei beginnenden Arthrose-Schmerzen. Auch natürliche entzündungshemmende Kräuter und Gewürze sollten in den Ernährungsplan integrierte werden. Hier wären Petersilie, Dill, Minze, Kreuzkümmel, Rosmarin, Thymian, Majoran und Ingwer zu nennen, die bei der Zubereitung von Speisen gern verwendet werden dürfen. Eine dauerhafte Umstellung der Ernährung führt in der Regel dazu, dass Arthrosebeschwerden deutlich gelindert werden.

Linderung durch die Medizin

Wird bei fortschreitenden Beschwerden eine medizinische Arthrosebehandlung notwendig, sollte diese im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung des Körpers immer im Zusammenspiel mit körperlicher Bewegung und gesunder Ernährung erfolgen. Ziel der Therapie ist, eingeschränkte Funktionen körperlicher, aber auch seelischer und sozialer Natur wiederherzustellen und dem Patienten in seiner Gesamtheit eine höhere Lebensqualität zu verschaffen.

In Abhängigkeit von der Stärke der Schmerzen kann der behandelnde Arzt die Gabe von leichten Schmerzmitteln empfehlen bis hin zu einer multimodalen Therapie bei chronischen Schmerzen. Die Therapie setzt sich dabei neben den medizinischen Behandlungen auch aus psycho-, physio- und ergotherapeutischen Komponenten zusammen. Auch alternative Behandlungsformen wie Akkupunktur zeigen in verschiedenen Studien große Erfolge. Schmerzmittel sind in den meisten Fällen anfangs unumgänglich, um die Bewegung überhaupt noch zu ermöglichen und eine Besserung anzustreben. Akute Beschwerden an entzündeten Gelenken können durch Einspritzen von Glucocorticoiden oder Hyaluronsäure gelindert werden. Je nach Stärke der Beschwerden ist oftmals auch eine Kombination verschiedener Medikamente und Behandlungsformen sinnvoll.