Beim Morbus Parkinson handelt es sich um eine bekannte neurologische Erkrankung. In Deutschland leiden etwa 300.000 bis 400.000 Menschen an Parkinson. Die Erkrankung tritt vor allem zwischen dem 50. und dem 72. Lebensjahr auf. Jüngere Menschen sind nur in seltenen Ausnahmefällen betroffen.

Was ist Parkinson?

Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist die häufigste Parkinson-Erkrankung. Die Ursache bzw. der Auslöser der Erkrankung sind unbekannt. Neben dieser Form der Erkrankung können auch das erbliche familiäre Parkinson-Syndrom, das sekundäre Parkinson-Syndrom und das atypische Parkinson-Syndrom auftreten. Letzteres ist auf andere neurodegenerative Erkrankungen zurückzuführen.

Beim Morbus Parkinson kommt es zum Absterben von Nervenzellen in der „Pars compacta“ der „Substantia nigra“, dicht gelagerte, melaninhaltige Nervenzellen, welche für die Produktion von Dopamin verantwortlich sind. Letztendlich liegt also ein Dopaminmangel vor, welcher die Symptomatik der Erkrankung auslöst. Erste Symptome stellen sich ein, wenn 55 bis 60 Prozent dieser Zellen abgestorben sind.

Welche Symptome treten auf?

Das Erscheinungsbild von Parkinsonpatienten ist recht typisch und in der Allgemeinbevölkerung bekannt. Die Betroffenen neigen zu einer instabilen Körperhaltung und zittern. Auch ein maskenhaftes Gesicht, eine undeutliche Sprache, Schluckstörungen und andere offensichtliche Beeinträchtigungen treten auf. Das Syndrom ist durch das Vorliegen verlangsamter Bewegung oder allgemeiner Bewegungsarmut, zusammen mit mindestens einem Begleitsymptom, definiert.

Sämtliche Bewegungen der Betroffenen sind beeinträchtigt. Das Muskelspiel ist vermindert, was zu einer verminderten Mimik, einer leisen und undeutlichen Sprache, Schluckstörungen und allgemein verminderter Geschicklichkeit führt. Zudem kann beobachtet werden, dass sich das Schriftbild der Patienten verändert und ein kleinschrittiger Gang sowie verminderte bzw. erschwerte Rumpfbewegungen auftreten.

Häufig kommt es zum sogenannten Rigor. Dieser bezeichnet eine Muskelsteifheit aufgrund einer Steigerung der Muskelspannung. Auch das für die Erkrankung typische Zittern ist auf die veränderte Muskelspannung zurückzuführen. Insgesamt kommt es zu einer Haltungsinstabilität.

Die Begleitsymptome sind vielfältig und reichen von der Minderung des Geruchssinns, Missempfindungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, fettglänzender Gesichtshaut, Kreislaufstörungen, Störungen der Blasenfunktion, sexuellen Störungen, Magen-Darm-Problemen, Temperaturregulationsstörungen, gedrückter Stimmung über verlangsamtes Denken, einer Störung der Einschätzung von Geschwindigkeiten und Entfernungen bis hin zu Halluzinationen, Demenz und REM-Schlafstörungen. Häufig tritt bei Parkinsonpatienten das Restless-Legs-Syndrom auf.

Pflege bei Parkinson

Betroffene sind im Alltag in der Regel stark eingeschränkt. Besonders in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung fällt es den Patienten schwer, alltägliche Aufgaben zu erledigen. Da die Beweglichkeit immer weiter eingeschränkt wird, sind sie ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr in der Lage, sich selbstständig anzuziehen, zu essen oder andere einfache Tätigkeiten auszuführen. Selbst einfachste Aufgaben wie das Umblättern der Zeitung sind bei fortgeschrittener Erkrankung nicht mehr möglich.

Die Pflege der Betroffenen ist somit zumeist sehr umfangreich. Eine besondere Schwierigkeit stellen die psychischen Begleiterscheinungen der Erkrankung dar, die zu häufig vernachlässigt werden. Viele Erkrankte neigen zu aggressivem Verhalten. Sie fühlen sich hilflos und merken, dass sie zunehmend die Kontrolle über ihren eigenen Körper und ihr Leben verlieren. Diese Entwicklung ist für die Erkrankten beängstigend und führt häufig zu psychischen Problemen.

Für Pfleger und Angehörige stellt die Pflege eines Parkinsonpatienten daher eine große Herausforderung dar. Der Erkrankte benötigt für einfachste Aufgaben deutlich länger als gewohnt, was viel Geduld seitens der Angehörigen bzw. Pfleger voraussetzt. Weiterhin ist darauf zu achten, dem Betroffenen nicht das Gefühl zu geben, als minderwertig wahrgenommen zu werden. Entnervte Reaktionen, das Übergehen der Wünsche des Patienten und ähnliches Verhalten sollten in jedem Fall unterbleiben.

Professionelle Hilfe ist besonders wichtig für betroffene Personen

Für Angehörige und Pfleger ist es häufig schwer, sich auf die Situation des Patienten einzustellen. Pflegende sollten Geduld haben, psychische Auffälligkeiten nicht übergehen oder ignorieren. Es ist wichtig, den behandelnden Arzt über alle Probleme genau zu informieren, da eine Änderung der Medikation häufig zum Abklingen der psychischen Symptomatik führen kann.

Besonders in späteren Stadien kann eine 24-Stunden-Pflege notwendig werden. Berufstätigen Familienangehörigen ist es oft nicht möglich, rund um die Uhr für den Betroffenen zu sorgen. Zudem ist bei der Pflege zunehmend Fachwissen gefordert, das in den meisten Fällen nicht vorhanden ist. Bei der 24-Stunden-Pflege ist immer darauf zu achten, dass ein geregelter Tagesablauf nach den Wünschen des Patienten geplant wird.