Das Eigenheim oder eine Wohnung barrierefrei umzubauen, kostet natürlich Geld. Generell ist dabei anzumerken, dass der Mieter in einer Mietwohnung die Kosten für Umbaumaßnahmen selbst trägt. Allerdings gibt es, abgesehen von eigener Vorsorge wie zum Beispiel Eigensparen, Bausparverträge etc. und privaten Initiativen, Möglichkeiten finanzielle Zuschüsse zu erhalten. Auch bieten Sparkassen und Banken spezielle Kreditangebote.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Modelle vor, die es Ihnen erleichtern können, barrierefreie Umbauten finanziell zu stemmen. Beachten Sie dabei bitte, dass Fördermittel stets rechtzeitig vor dem Beginn der Maßnahmen beantragt und genehmigt werden müssen.

Zuschüsse durch die Pflegeversicherung

Zuschüsse durch die Pflegeversicherung sind möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass Barrierefreiheit eine selbstständige Lebensweise garantiert, häusliche Pflege ermöglicht oder deutlich erleichtert. Die Pflegeversicherung hat ein Interesse daran, dass Menschen so lange wie möglich zu Hause leben. Dabei können die Zuschüsse bis zu 2.557 Euro je Maßnahme betragen, wobei der genaue Betrag von den anfallenden Kosten und den finanziellen Verhältnissen des Antragstellers abhängig ist. Es lohnt sich deswegen, sich bei der zuständigen Pflegekasse über finanzielle Beihilfen zu informieren.

Interessant für Mieter, Vermieter und Eigentümer: die KfW-Förderung „Altersgerecht umbauen“

Seit dem 1. April 2012 existiert das Kreditprogramm „Altersgerecht umbauen“ der KfW-Bankengruppe. Liegt eine Genehmigung des Vermieters vor, können Vermieter, Mieter oder Eigentümer einen Kredit von bis zu 50.000 Euro mit einem sehr günstigen Effektiv-Zinssatz erhalten. Der Kredit wird bei der Hausbank beantragt, wobei die Bestätigung eines Sachverständigen erforderlich ist, welcher die Umbauten leitet. Förderungsfähig sind alle Maßnahmen, welche technisch den Mindestanforderungen der DIN 18040-2 bzw. dem Standard „Altersgerechte Wohnung/ Altersgerechtes Haus“ entsprechen.

Förderungsmittel durch die Bundesländer

Die einzelnen Bundesländer stellen ebenfalls verschiedene Fördermittel für ein barrierefreies Wohnen zur Verfügung. Allerdings besteht hier kein Rechtsanspruch, sondern der mögliche Bezug von Geldern richtet sich nach den gegenwärtigen finanziellen Möglichkeiten der Länder.

Aktuelle Informationen zu den Bedingungen in den einzelnen Bundesländern können beispielsweise auf www.pflege.de nachgeschlagen werden. Hier findet sich eine gute Übersicht zum barrierefreien Wohnen und den Fördermöglichkeiten. Ansprechpartner sind die jeweiligen Staats- und Landesbanken.

Steuerliche Vorteile

Der Gesetzgeber hat Möglichkeiten geschaffen, um Menschen, welche aufgrund von Behinderung oder Pflegebedürftigkeit ihr Eigenheim oder ihre Wohnung umgestalten wollen oder müssen, finanziell zu entlasten.

Barrierefreie Umgestaltungsmaßnahmen können als „besondere Belastung“ geltend gemacht werden. Dies umfasst beispielsweise die Arbeiten an Bodenbelägen, die Umgestaltung von Badezimmern etc. Es lohnt sich, diesbezüglich einen Steuerberater zu kontaktieren.

Förderung durch Arbeitsagenturen, Sozialämter, gesetzliche Krankenkassen und die Rentenversicherung

Auch Arbeitsagenturen, Sozialämter, gesetzliche Krankenkassen und die gesetzliche Rentenversicherung unterstützen barrierefreie Umbauten in bestimmten Fällen finanziell. Die Bedingungen für die Zuschüsse können bei den jeweiligen Behörden erfragt werden. Liegt zum Beispiel Armut vor und Barrierefreiheit ist notwendig, unterstützen die Sozialämter Betroffene manchmal finanziell. Wenden Sie sich deswegen an die zuständige Behörde und informieren Sie sich über ihre Möglichkeiten.

Rechtzeitig vorsorgen: Eigensparen als beste Option

Im besten Fall hat man natürlich selbst vorgesorgt und Erspartes zur Verfügung, um Umbaumaßnahmen vorzunehmen. Um Erspartes möglichst sinnvoll anzulegen, lassen Sie sich am besten von Ihrer Hausbank oder anderen Experten beraten. Kreditzinsen werden dann hinfällig. Doch es gibt eine Variante, die noch günstiger ist: Wenn Sie Ihr Eigenheim selbst bauen, dann ist es sinnvoll, dieses von Anfang an barrierefrei zu gestalten. Im Vergleich zu späteren Umbauten spart dies immense Kosten.