„Wer rastet der rostet“ – dieses bekannte Sprichwort ist bis ins hohe Alter gültig. So nimmt die gezielte Bewegungs- und Mobilitätsförderung besonders im Alter einen immer wichtigeren Stellenwert ein, um ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben möglichst lange erhalten zu können. Schließlich sind Bewegungseinschränkungen und Mobilitätsverlust zwei der wichtigsten Risikofaktoren für Hilfe- und Pflegebedürftigkeit im Alter.

Ziele der Förderung sind die Stärkung der Muskulatur in der oberen und unteren Extremität und damit auch der allgemeinen Bewegungsfähigkeit sowie die Verbesserung des Gleichgewichts durch Erhöhung der körperlichen Koordinationsfähigkeit. Auch über den körperlichen Bereich hinausgehend zeigen diese Programme Wirkung. So konnte eine gleichzeitige Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und eine erhöhte Kompetenz in der Bewältigung alltagspraktischer Anforderungen nachgewiesen werden.

Es werden also nicht nur gesundheitliche Ressourcen erhalten, sondern auch die individuelle Alltagskompetenz erhöht. Diese Ziele lassen sich bei mindestens zweimaligem Training pro Woche erreichen. Oftmals sind die bewegungsfördernden Programme durch die Verknüpfung mit anderen Elementen, wie zum Beispiel Musik kombiniert, und bieten damit einen zusätzlichen Motivationsanreiz bei gleichzeitiger Ausweitung der therapeutischen Maßnahmen. Denn Studien zeigen leider, dass sich besonders ältere Menschen selten regelmäßig bewegen. Bereits mehr als 50 Prozent der über 55-Jährigen gibt an, sich nicht ausreichend zu bewegen – mit zunehmendem Alter steigt die Zahl rasant an.

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Welche Rolle spielt Bewegung im Alter?

Bewegungsmangel ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bei den über 60-Jährigen die Todesursache Nummer eins darstellen. Regelmäßige gesundheitswirksame, körperliche Aktivität nimmt in jeder Altersklasse – speziell im fortgeschrittenen Alter – eine zentrale Rolle bei der Vermeidung oder Verzögerung altersbedingter Gesundheitsprobleme sowie bei der Kompensation der damit verbundenen Folgen ein. Durch die individuelle Anpassung an den derzeitigen Gesundheitszustand lässt sich für jeden das geeignete Programm finden.

Die direkten Auswirkungen von regelmäßiger, körperlicher Aktivität auf die Gesundheit zeigen sich in vielen Bereichen: vermindertes Risiko für den vorzeitigen Tod, für ischämische Herzkrankheiten, Schlaganfall, Bluthochdruck, metabolisches Syndrom und Diabetes mellitus, günstige Beeinflussung der Cholesterinwerte, Prävention in der Körpergewichtszunahme bis hin zu Unterstützung bei der Körpergewichtsreduktion, verbesserte kardiovaskuläre und muskuläre Fitness, Reduktion von Stürzen, Reduktion von Depression, vermindertes Risiko für Darmkrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs oder Gebärmutterkrebs bis hin zu verbesserten kognitiven Fähigkeiten und damit verbunden auch eine Verbesserung der Aktivitäten des täglichen Lebens. Durch die Erhöhung der Knochendichte kommt es in Verbindung mit weniger Stürzen auch zu einer Reduktion von den damit verbundenen, gefürchteten Knochenbrüchen wie Hüftfrakturen oder Oberschenkelhalsfrakturen.

Welches Angebot ist für mich das beste?

Die Möglichkeiten sind schier endlos – das Angebot ist groß und wächst zunehmend. Wie kann ich aus dieser Fülle von Maßnahmen, die für mich passenden herausfiltern? Eine wichtige Überlegung zu Beginn ist auch, welche aktivitätssteigernden Tätigkeiten lassen sich ganz ohne zusätzliche Maßnahme oder Programm in den Alltag integrieren.

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Je nach körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen sind die Benutzung der Treppe statt eines Liftes oder Rolltreppe, alltägliche Strecken zu Fuß anstatt mit dem Auto zurücklegen, eine Straßenbahnstation/ Busstation früher aussteigen und den Weg zu Fuß gehen oder das Auto weiter entfernt zu parken erste Schritte in Richtung gezielter Bewegungsförderung. Regelmäßige Spaziergänge – bevorzugt auch in der Gruppe – sollten als fixe Punkte in der Woche eingeplant werden. Dabei können die Route und das Tempo sowie die Dauer sehr gut an die individuellen Möglichkeiten angepasst werden. Auch eventuelle sportliche Vereinsaktivitäten wie Radsport, Gymnastik, Schwimmen, Wandern, Nordic Walking, Fitnesstraining oder Tennis wären denkbar.

Aufgrund des hohen Prozentsatzes an Mehrfacherkrankungen mit zunehmendem Alter ist vor jeder Umsetzung auf jeden Fall eine medizinische Untersuchung und Beratung empfehlenswert. Gemeinsam mit dem Mediziner seines Vertrauens lässt sich mit Sicherheit das richtige Konzept für ein zukünftig aktiveres Leben finden – für eine gute Gesundheit.