Generell unterscheidet sich Hautpflege im Alter nicht sehr von der Hautpflege in jüngeren Jahren. Altershaut ist allerdings trockener, dünner, empfindlicher und neigt zu Juckreiz. Der Grund hierfür liegt darin, dass mit den Jahren Feuchtigkeit und Elastizität verloren gehen, weil die schützenden Talg- und Schweißdrüsen ihre Produktion drosseln. Deswegen braucht ältere Haut besonders liebevolle Pflege. Dies gilt insbesondere dann, wenn der oder die zu Pflegende bettlägerig oder auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Im Folgenden finden Sie einige Ratschläge für die richtige Hautpflege, welche ein weiterer Baustein für mehr Lebensqualität im Alter sein kann.

Reinigen und Pflegen von älterer Haut

Damit der empfindliche Säuremantel der Haut nicht angegriffen wird, empfiehlt es sich zunächst, stets ein pH-neutrales Waschgel zu benutzen. Zudem sollte ältere Haut jeden Tag mit einer Wasser-in-Öl-Lotion (fetthaltige Lotion mit feuchtigkeitsbindenden Substanzen) eingecremt werden, während bei jüngeren Menschen eine Öl-in-Wasser-Variante genügt.

Dabei sollte man vor allem auf die Schienbeine, die Unterschenkel und die Füße achten, da diese besonders zu Trockenheit neigen. Manche Senioren weisen eine sog. Pergamenthaut (extrem dünne Haut) auf, welche eine hohe Verletzungsgefahr bei mechanischer Reizung birgt. In diesem Falle sind regelmäßiges Eincremen und gute Pflege noch wichtiger.

Intimbereich-Pflege und Pflege bei Kontrakturen

Im Intimbereich sollte man darauf achten, dass dieser stets trocken und sauber ist. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass zwischen dem zu Pflegenden und der Pflegekraft ein enges Vertrauensverhältnis besteht. Überdies weisen manche Senioren aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität sog. Kontrakturen auf, d. h. sie können Arme und Beine nicht mehr richtig ausstrecken. In diesem Fall ist es wichtig, Mull in die Beugen einzulegen, da ansonsten Hautreizungen entstehen, welche sich leicht entzünden können.

Druckgeschwüre vermeiden

Da viele Senioren in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, entstehen oft Druckgeschwüre (im Fachjargon „Dekubitus“ genannt): Durch ständiges Sitzen oder Liegen wird permanent Druck auf die gleiche Stelle ausgeübt, was dazu führen kann, dass Gewebe abstirbt. Besonders häufig betroffen sind der Steiß, die Schulterblätter und die Fersen. Deswegen ist es wichtig, auch nicht bettlägerige Senioren alle zwei Stunden umzulagern. Bei Rollstuhlfahrern empfehlen sich Sitzringe und Gelkissen, um Druckgeschwüre zu vermeiden. Gefährdet sind vor allem adipöse und kachektische (abgemagerte) Menschen.

Candidosen durch Hefepilze: Hefepilzinfektionen bei älterer Haut vermeiden

Infektionen durch Hefepilze der Gattung Candida (sog. „Candidosen“) sind ein häufiges Phänomen bei älterer Haut. Es handelt sich um Pilze, die Feuchtigkeit lieben und sich bevorzugt in Fettschürzen, im Genitalbereich oder unter der Brust ansiedeln. Neben den unangenehmen Folgen für die Betroffenen sind diese Infektionen deswegen problematisch, weil sie ansteckend sind. Aus diesem Grunde ist es ratsam, gefährdete Körperregionen stets sauber und trocken zu halten, zum Waschen Einmalwaschlappen zu benutzen und Unterwäsche zu verwenden, die gekocht werden kann. Liegt eine Candidose vor, sollten die betroffenen Hautpartien zuletzt gereinigt werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Den richtigen Sonnenschutz verwenden

Die Sonne macht fröhlich und beschwingt. In aller Regel verbinden wir positive Gefühle damit. UV-Strahlung ist allerdings einer der Hauptgründe für die Hautalterung. Besonders in reiferen Jahren sollte man deswegen darauf achten, Sonne nur mit dem richtigen Schutz zu genießen. Geeignet sind vor allem Produkte, die einen hohen Lichtschutzfaktor aufweisen, da reifere Haut sensibel auf erhöhte Sonneneinstrahlung reagiert. Abgesehen davon sollte man sich direkter Sonneneinstrahlung nur in Maßen aussetzen.

Das A und O bei älterer Haut: zusammenfassende Tipps für eine gute Hautpflege

Aufgrund der spezifischen Eigenheiten von älterer Haut finden Sie hier zum Abschluss noch einige Tipps dazu, was unserem wichtigsten Sinnesorgan in reiferen Jahren gut bekommt:

  • den Kontakt mit Wasser auf das Notwendigste beschränken
  • Dusche statt Vollbad
  • Pflege mit lipidreichen und feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen
  • Badezusätze auf Ölbasis

Wenn Sie oder der zu pflegende Angehörige nicht auf ein entspannendes Vollbad verzichten wollen, beschränken Sie dieses auf 15 Minuten und verwenden Sie lauwarmes Wasser. Denken Sie daran, was die Haut im Laufe Ihres Lebens alles für Sie geleistet hat und tun Sie ihr möglichst viel Gutes.