Schlafstörungen betreffen allein in Deutschland circa 20 Millionen Menschen. Mit steigendem Alter erhöht sich das Risiko hierfür zunehmend, was eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität nach sich ziehen kann. Abgeschlagenheit am Tage inklusive Konzentrationsstörungen und Verstimmungen sind die Folge. Menschen über 60 sind dabei besonders oft von Schlafstörungen betroffen. Dabei sind Schlafstörungen nicht gleichförmig, sondern lassen sich in verschiedene Formen unterteilen. Gleichzeitig gibt es aber einige Maßnahmen, die bei allen Formen zur Besserung der Situation beitragen können.

Formen von Schlafstörungen

Es wird unterschieden zwischen den Einschlaf- und Durchschlafstörungen (Insomnien), der Tagesschläfrigkeit (Hypersomnie) und den Parasomnien, die schlafstörendes Verhalten im Schlaf bezeichnen – darunter zum Beispiel das Schlafwandeln oder Zähneknirschen. Zum Formenkreis der Schlafstörungen gesellt sich auch eine Störung des Tag-Nacht-Rhythmus, die sehr subjektiv ausfallen kann und nicht zwingend eine Belastung darstellt.

Von chronischen Schlafstörungen wird nur dann gesprochen, wenn es im Alltag des Betroffenen keine erkennbaren Auslöser gibt. Dies ist jedoch selten, denn es spielen Krankheiten (besonders solche, die Schmerzen auslösen), psychiatrische Leiden wie Demenz, die persönliche Aufregung und vieles mehr beim Entstehen von Schlafstörungen eine Rolle.

Beim Verbessern der Situation der Betroffenen ist es also nötig, auf die äußeren Einflüsse zu reagieren und besonders die Zeit vor und während des Schlafes optimal zu gestalten. Das erfordert eine Betrachtung des Lebensstils des Betroffenen und ein Finden von durchführbaren und zumutbaren Maßnahmen, an denen Pfleger und Gepflegte mitwirken müssen.

Die optimale Schlafatmosphäre erschaffen: Das richtige Bett im richtigen Raum

Es hat sich mehrfach bestätigt, dass ein kühler Raum das Ein- und Durchschlafen fördert. Als optimal gilt hierbei ein ungeheizter Raum bei circa 18 Grad Celsius. Zugleich ist das Bett entscheidend: Es sollte kein Druckgefühl beim Liegenden auftreten, gleichzeitig darf er nicht in die Matratze einsinken. Das Auswählen der richtigen Matratze ist, insofern keine verstellbare Matratze vorhanden ist, der schwierigste Punkt beim Fördern eines guten Schlafes.

Erschwert werden kann die Auswahl durch Ansprüche der Matratze an die Pflege des Patienten. Auflagen, die aufgrund von Inkontinenz oder Dekubitus notwendig sind, können die Qualität der Schlaffläche stören. Es sollte deshalb mit weiteren Schichten, die vom Betroffenen für gut befunden wurden, gearbeitet werden.

Im Schlafzimmer sollte es keine Quellen der Ablenkung geben. Dies betrifft besonders Fernseher oder lichtdurchlässige Gardinen. Stattdessen sollte das Schlafzimmer wirklich nur zum Schlafen genutzt werden, damit es räumlich eine Grenze zwischen dem Wachzustand und dem Schlaf gibt.

Ausreichend frische Luft durch ein geklapptes Fenster reguliert den Sauerstoffgehalt im Zimmer und bekämpft das Aufkommen übermäßiger Luftfeuchtigkeit. Entsprechend fördert ein geklapptes Fenster zusätzlich einen guten Schlaf.

Rituale und das richtige Müde werden

Es gibt einige Dinge, die das Einschlafen am Abend behindern. Dazu zählen zum Beispiel das Konsumieren aufwühlender Medien (Spielfilme, ergreifende Musik, usw.), das Essen großer Mahlzeiten und zu viel Inaktivität am Tage. Menschen, die nur schwer einschlafen oder durchschlafen können, sollten zudem auf Nickerchen am Tage verzichten.

Die Zeit vor dem Zubettgehen sollte unaufgeregt gestaltet werden. Damit das nicht in Langeweile ausartet, sollten Beschäftigungen gefunden werden, die weder geistig noch körperlich anstrengend sind, aber dennoch ein wenig Aufmerksamkeit erfordern. Leichte Bewegung oder einfache Denkspiele können helfen. Wichtig ist, dass die Tätigkeiten eine beruhigende Wirkung haben und sie ritualisiert – also jeden Abend – durchgeführt werden.

Das Gleichförmige am Abend darf sich dabei nicht wie ein Verlust von Zeit anfühlen, sondern sollte vom Betroffenen als angenehm empfunden werden. Auch eine kleine Nascherei, ein gern getrunkenes Getränk oder das gemeinsame Ausüben einer Tätigkeit (eines Spiels, einer Übung, etc.) können den Körper mit der Zeit dazu bringen, das Ritual als Einleitung in die Schlafphase zu verstehen.

Außerdem sollte ein Augenmerk darauf gelegt werden, dass Menschen einen unterschiedlichen Biorhythmus haben. So gibt es einige Menschen, die vor Mitternacht einfach nicht müde werden. Sie zu ihrem Glück zu zwingen, wird nur selten Erfolg haben, weshalb ein Verschieben des Tagesablaufs um ein oder zwei Stunden als die bessere Maßnahme angesehen werden kann.