Die Inanspruchnahme moderner Technik im Alltag ist bei Senioren im Grunde weit verbreitet. Jeder kennt die barrierefrei umgebauten Badezimmer, welche den Vorzug bieten, die Dusche auch stufenfrei mit einer Gehhilfe zu nutzen. Auch sogenannte Treppenlifte gehören seit vielen Jahrzehnten zur Standardausrüstung gut ausgebauter Seniorenwohnungen.

Die meisten Assistenzleistungen speziell für Senioren werden dort von Fernbedienungen erbracht. Sie dimmen das Licht, steuern die Klimaanlage und richten je nach Stand der Sonne auch die Rollläden aus. Gegenwärtig ist die Vision eines zukünftigen Pflegeroboters vorwiegend für allein lebende, pflegebedürftige Menschen im Gespräch. Es gibt mittlerweile sogar Roboter, die das Essen und die Medikamente zu einprogrammierten Zeitpunkten servieren. Die große Herausforderung bei derartigen computerisierten Betreuungsdiensten ist es, eine menschenwürdige Balance zwischen echter Hilfe und Bevormundung zu finden.

Immer mehr Apps versprechen Hilfe und Unterstützung

Moderne Technik ist auch aus dem Alltag der älteren Generationen oftmals nicht mehr wegzudenken. Auch wenn viele Senioren dem rasanten technischen Fortschritt mit Skepsis begegnen, besitzen mittlerweile an die 75 Prozent ein eigenes Mobiltelefon. Der Anteil derjenigen, die mittlerweile sogar über ein internettaugliches Smartphone verfügen, liegt mit ungefähr 37 Prozent wesentlich darunter, doch ist auch hier die Tendenz eindeutig steigend. Im Bedarfsfall ermöglichen die Mobiltelefone also nicht nur selbst Unterstützung anzufordern, sondern sogar geortet zu werden.

Eine große Erleichterung können die vielen, speziell für Senioren entwickelten Apps bieten. Senioren müssen sich hierbei nicht um eine möglicherweise zu winzige Tastatur sorgen, denn die meisten Anwendungen bieten bereits eine altersgerechte Bedieneroberfläche. Inzwischen gibt es auch ein kaum mehr überschaubares Angebot an Gesundheits-Apps, die mal mehr und mal weniger Nutzen bringen. Hier sollten sich Interessierte vorab informieren, welche Tipps sie erhalten möchten. Es gibt Anwendungen mit Hinweisen im Krankheitsfall, für Sportübungen, Bewegung und Reduktionsdiäten, aber auch für das Gedächtnistraining mit kostenlosen Denksportaufgaben. Daneben gibt es auch altersunabhängige. hilfreiche Anwendungen, welche zum Beispiel mittels GPS-Aktivierung, die nächste öffentlich zugängliche Toilettenanlage anzeigen, den nächsten Autostellplatz oder eine günstige Tankstelle empfehlen.

Professionelle Dienste für eine schnelle Hilfe

Beruhigend wirken auf Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in jedem Fall professionelle SOS-Dienste. Diese stellen im Ernstfall Kontakt mit medizinischen Notdiensten her und können aufgrund des hinterlegten Patientenprofils alle notwendigen Informationen für eine rasche Hilfeleistung abrufen.

Auch in der Pflege kann die moderne Technik den Alltag erleichtern, wenn zum Beispiel Anwendungen Stürze registrieren und umgehend den Pflege- oder Notdienst benachrichtigen. Zwar sind für die Integration solcher Assistenzsysteme große Investitionen vonnöten, doch ist die Kosteneinsparung für das Gesundheitssystem dadurch beträchtlich. Betagte Menschen bleiben länger und vor allem selbstständiger in ihrer vertrauten Umgebung. Sie benötigen wesentlich weniger externe Unterstützung und fördern so das Selbstbewusstsein und die Zuversicht für ein gutes Gelingen auch im gehobenen Alter.