Pflegenotstand in Düsseldorf

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf erfreut sich immer größerer Beliebtheit, was angesichts der hohen Lebensqualität nicht weiter überrascht. Das Kulturangebot der Stadt ist anspruchsvoll und vielfältig, in keiner anderen deutschen Stadt lässt sich besser einkaufen und die rheinische Lebensfreude, welche sich im alltäglichen Leben vor allem in der Altstadt manifestiert, ist für viele Menschen ein Grund hierher zu kommen.

Wie so oft hat Wachstum aber auch seine Schattenseiten. Die stetig wachsende Bevölkerung wird immer älter. Das führt dazu, dass auch Düsseldorf – wie viele andere Städte in Deutschland – auf einen Pflegenotstand zusteuert. Wer davon in absehbarer Zeit selbst betroffen ist, sollte nicht einfach abwarten und darauf hoffen, dass die Stadtverwaltung das Problem zu guter Letzt doch noch in den Griff bekommt, sondern lieber rechtzeitig nach einer individuellen Lösung suchen.

Die Pflegesituation in Düsseldorf spitzt sich zu

In Düsseldorf gibt es heute mehr als 50 Anbieter, die eine stationäre Vollversorgung für pflegebedürftige Patienten gewährleisten können. Diese Organisationen betreuen derzeit gut 5.000 pflegebedürftige Menschen, der überwiegende Anteil sind dabei Seniorinnen und Senioren. Die Pflegelandschaft wird außerdem durch Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen, spezielle Wohngemeinschaften und Hospize sowie durch etwa 120 ambulante Pflegedienste ergänzt, welche über 10.000 hilfsbedürftige Menschen begleiten. Die Versorgungslage in Düsseldorf kann deshalb momentan nicht als prekär bezeichnet werden, die Wohlfahrtsverbände, die das Gros der Pflegeeinrichtungen tragen, schauen aber mit Sorge in die nahe Zukunft.

Probleme werden insbesondere bei der stationären Vollzeitpflege erwartet

Hier wird aufgrund des demographischen Wandels bis 2020 mit einem Anstieg der Nachfrage um wenigstens 15 %, bis 2025 um etwa 20 % gerechnet. Diese zusätzlichen Pflegeplätze sind aus einer ganzen Reihe von Gründen nur sehr schwer zu schaffen. Zum einen fehlt es schlicht an qualifizierten Pflegekräften. Zum anderen steigen aber die Ansprüche an die Qualität der Pflege – eine Entwicklung, die grundsätzlich zu begrüßen ist.

Mehrbettzimmer im Altenheim waren bisher die Norm, für die Bewohner ist dieser Mangel an Privatsphäre aber eine Zumutung. Das soll sich aufgrund gesetzlicher Vorgaben in Zukunft ändern. Künftig müssen wenigstens 80 Prozent der Unterkünfte in Pflegeeinrichtungen Einzelzimmer sein, bei Neubauten und Neugründungen liegt die Einzelzimmerquote sogar bei 100 Prozent. Aufgrund dieser gesetzlichen Neuregelung fallen kurzfristig zahlreiche Betreuungsplätze weg. Familien, welche in absehbarer Zeit auf einen Pflegeplatz angewiesen sind, sollten deshalb rechtzeitig nach einer adäquaten Lösung suchen.

Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es?

  • Die Vertreter der Wohlfahrtsverbände brechen eine Lanze für die stationäre Betreuung von pflegebedürftigen Personen. Dafür gibt es oftmals gute Gründe, ganz uneigennützig ist das Plädoyer jedoch nicht. Die stationäre Versorgung gehört zu den umsatzstärksten Produkten der Anbieter im Pflegesektor.
  • Die ambulante Betreuung durch einen Pflegedienst ist meist deutlich günstiger. Darüber hinaus fühlen sich die meisten Senioren in ihren eigenen vier Wänden deutlich wohler als in einem Altenheim und verlassen ihr Zuhause nur ungern. Schwierig wird es zudem, wenn ältere Menschen ihr Leben mit einem geliebten Haustier teilen und verständlicherweise nicht gewillt sind, das Tier abzugeben.
  • Neben ambulanter und vollstationärer Pflege steht noch eine Reihe von Alternativen zur Verfügung. Eine davon ist das sogenannte „Betreute Wohnen“, das einen persönlich abgestimmten Service erlaubt. Senioren oder andere pflegebedürftige Personen können in Wohnanlagen, die speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet sind, barrierefreie Wohnungen mieten oder kaufen. Zusätzlich kann ein Servicepaket gebucht werden, welches auf den individuellen Betreuungsbedarf abgestimmt ist.

Was leistet eine Pflegekraft?

Häufig brauchen ältere Menschen nur Hilfe beim Einkaufen und beim Führen des Haushalts, und in Notsituationen sollte jemand griffbereit sein. In solchen Fällen ist das betreute Wohnen eine gute Alternative zur ambulanten Versorgung, die außerdem flexibel auf die sich ändernden Bedürfnisse älterer Menschen reagieren kann. Nimmt der Pflegebedarf im Laufe der Jahre zu, können weitere Pflegeleistungen hinzugebucht werden. Auch die Unterbringung und Versorgung eines Haustieres ist in aller Regel kein Problem. Die Angebote für „Betreutes Wohnen“ unterscheiden sich hinsichtlich des Preises und des Leistungskatalogs allerdings erheblich, weshalb sich ein gründlicher Vergleich auszahlt.

Ambulant betreute Wohngemeinschaften sind eine weitere Möglichkeit, Pflege bezahlbar zu machen und den hilfsbedürftigen Menschen eine klassische Heimunterbringung zu ersparen. Diese Wohngruppen zielen darauf, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen und die Bewohner soweit als möglich in die Führung des gemeinsamen Haushalts einzubeziehen. Gleichzeitig steht aber ein ambulanter Pflegedienst bereit, der all die Arbeiten übernimmt, die die WG-Mitglieder nicht mehr selbst verrichten können.

Das Leben in Gemeinschaft sorgt darüber hinaus für mehr Sicherheit und beugt der sozialen Isolation im Alter vor. Da die Kosten für den ambulanten Pflegedienst auf mehrere Bewohner verteilt werden, sinken zudem die finanziellen Belastungen des Einzelnen.

Welche Betreuungsmöglichkeit ist die beste?

Welche Betreuungsmöglichkeit die beste ist, hängt vor allem vom Grad der Pflegebedürftigkeit sowie der familiären und wirtschaftlichen Situation des Betroffenen ab. Ob aus medizinischen Gründen eine vollstationäre Pflege in einem Heim oder einem Hospiz angezeigt ist, sollten die Betroffenen unbedingt in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abklären. Bei rüstigen Senioren, die vielmehr auf Hilfe im Haushalt und regelmäßige Gesellschaft als auf eine professionelle krankenpflegerische Betreuung angewiesen sind, kommt es letztlich auf ihre persönlichen Präferenzen und ihre finanziellen Ressourcen an.

Es lohnt sich in jedem Fall, verschiedene Alternativen in Betracht zu ziehen und die jeweiligen Angebote kritisch zu vergleichen. Darüber hinaus sollte die Auseinandersetzung mit diesem mitunter heiklen Thema nicht aufgeschoben werden, bis ein Pflegefall eintritt. Es sollte rechtzeitig überlegt werden, wie die Betreuung aussehen soll. Letzteres erlaubt sowohl den Seniorinnen und Senioren als auch ihren Angehörigen ein entspanntes Hinübergleiten in einen neuen Lebensabschnitt.

Welche Beratungsstellen gibt es?

Wenn Sie sich zur Pflegesituation und den Fördermöglichkeiten in der Pflege beraten lassen möchten, können Sie sich auf der Homepage der Stadt Düsseldorf zu dem Thema informieren. Hier finden Sie eine Liste der stationären Pflegeinrichtungen und der ambulanten Pflegedienste.

Außerdem bietet die Stadt eine kostenlose Pflegeberatung an. Das Pflegebüro im Amt für Soziales können Sie persönlich oder telefonisch kontaktieren.

Alle Informationen hierzu finden Sie unter: duesseldorf.de/senioren/pflegebuero

Weitere kostenlose Beratungsangebote und Anlaufstellen in Düsseldorf

Selbstverständlich können Sie auch unser Serviceteam von help4seniors kontaktieren und sich kostenlos und unverbindlich über unsere Angebote und Leistungen zur ambulanten Pflege informieren lassen.