Sicherlich gehen Sie jedes Jahr ein bis zwei Mal zum Zahnarzt, aber wie sieht es mit den anderen Vorsorgeuntersuchungen aus? Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem 35. Lebensjahr Anspruch auf einen Gesundheitscheck. Von diesem Angebot sollten gerade Senioren Gebrauch machen. – Wir werden mit zunehmendem Alter nicht gesünder. Die meisten Zivilisationskrankheiten treten erst nach dem 50. Geburtstag auf.

Gerade bei einem beginnenden Herzleiden, Diabetes mellitus II und vor allem bei zahlreichen Krebsleiden entscheidet eine frühzeitige Diagnose darüber, wie groß die Chancen auf Heilung sind. Es geht hier oft um Leben und Tod. Dennoch werden Vorsorgeuntersuchungen von vielen Menschen nur sporadisch wahrgenommen. Die meisten gehen erst zum Arzt, wenn sie bereits Symptome verspüren. Dann kann es aber bereits zu spät sein.

Wie oft ist eine allgemeine gesundheitliche Kontrolle empfehlenswert?

Der Gesundheitscheck sollte deshalb alle zwei Jahre im Kalender stehen. Bei dieser Vorsorgeuntersuchung überzeugt sich der Arzt zunächst einmal durch eine körperliche Untersuchung vom Allgemeinzustand des Patienten. Zudem geben Blutuntersuchungen Aufschluss über den Cholesterin- und Glukosespiegel. Im Rahmen einer Urinanalyse werden Entzündungen ausgeschlossen, außerdem wird der Blutzucker geprüft.

So verschafft sich der Arzt einen validen Überblick über den grundsätzlichen Gesundheitszustand des Patienten. Darüber hinaus existieren einige spezielle Vorsorgeuntersuchungen. Diejenigen, die für Senioren besonders wichtig sind, stellen wir Ihnen nachfolgend kurz vor.

Welche speziellen Vorsorgeuntersuchungen machen für Senioren Sinn?

Weit verbreitete Augenleiden unter älteren Menschen sind der graue und der grüne Star. Bei Ersterem handelt es sich um eine Trübung der Linse, die das Sehen erschwert. Grauer Star tritt meist erst jenseits des 60. Lebensjahres auf. Beim grünen Star ist dagegen der Sehnerv geschädigt. Wird das Auge nicht zeitnah behandelt, droht die Erblindung. Damit diese und andere Augenleiden rechtzeitig erkannt werden, sollten Senioren einmal jährlich zum Augenarzt gehen.

Vorsorgeuntersuchung beim ArztSonne macht gute Laune. Für unsere Haut ist die Strahlung unseres Fixsterns aber alles andere als gesund. Je älter wir werden, desto mehr UV-Strahlen war unsere Haut ausgesetzt. Diese Strahlen erhöhen das Hautkrebsrisiko. Da sich Hautkrebs im Frühstadium sehr gut behandelt lässt, sollten Senioren einmal pro Jahr bei ihrer Hautärztin vorbeischauen. Das gilt besonders für Risikopatienten. Dazu zählen Senioren, die gerne ausgiebige Sonnenbäder genießen oder dies früher getan haben. Muttermale und Leberflecken sollten ständig beobachtet und bei einer Veränderung sofort dem Arzt vorgestellt werden.

Darmkrebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs die häufigste Todesursache in Deutschland. Spätestens ab dem 50. Lebensjahr wird deshalb die Früherkennungsuntersuchung auf Dickdarmkrebs empfohlen. Wer sicher sein will, dass mit seinem Verdauungsorgan alles in Ordnung ist, kann außerdem vorsorglich eine Darmspiegelung durchführen lassen.

Geschlechtsspezifische Vorsorgeuntersuchungen

Brustkrebs gehört zu den Top 5 der häufigsten Todesursachen. Für Frauen im Alter von 55 bis 69 Jahren wird deshalb alle zwei Jahre eine Mammographie empfohlen. In diesem Alter ist das Risiko an Brustkrebs zu erkranken am größten. Bei der Mammographie wird das Gewebe der Brust geröntgt und auf gefährliche Knoten hin untersucht. Zusätzlich tastet die Gynäkologin die Brust und die Achselhöhlen ab. Mit diesem Diagnoseverfahren sind aber nicht nur Vorteile verbunden. Die Röntgenstrahlen, die eingesetzt werden, um ein Karzinom zu entdecken, steigern gleichzeitig das Risiko, überhaupt eines zu entwickeln. Bei Frauen ab 55 Jahren überwiegen aber nach überwiegender Auffassung die Vorteile. Trotzdem sollten sich Patientinnen vor der ersten Mammographie von einer Ärztin ihres Vertrauens informieren und aufklären lassen.

Männer erkranken nur selten an Brustkrebs, ihre Achillesferse ist die Prostata. Jedes Jahr werden etwa 50.000 Neuerkrankungen an Prostatakrebs registriert. Im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung, zu der bereits Männern ab 45 geraten wird, tastet der Urologe die äußeren Geschlechtsorgane und die Lymphknoten ab. Da die Heilungschancen bei dieser Krebsart sehr gut sind, wenn er rechtzeitig entdeckt wird, sollte kein Mann diese Untersuchung verpassen.