Eine Thrombose stellt eine Gefäßerkrankung dar, bei der in einem Blutgefäß ein Gerinnsel (Thrombus) gebildet wird. Diese Gerinnsel können prinzipiell in allen Gefäßen auftreten – häufig findet man sie jedoch in Venen (Venenthrombose oder Phlebothrombose), speziell in tiefen Beinvenen (tiefe Venenthrombose oder TVT). Die Ursache der Entstehung eines Thrombus ist die Blutgerinnung. Die Blutgerinnung dient als Schutz vor Verbluten bei Verletzungen des Gefäßsystems. Durch das Verklumpen des Blutes kommt es zu einem primären Verschluss des Defekts – in weiterer Folge wird das verklumpte Blut wieder aufgelöst und der Defekt dauerhaft geheilt. In unverletzten Gefäßen stellt so ein Thrombus ein Hindernis für den Blutstrom dar.

Wird ein solcher Thrombus mit dem Blut mitgerissen (fortgerissen), spricht man von einem Embolus. Wenn dieser Embolus ein Gefäß vollständig verschließt, nennt man dies eine Embolie. Bei der gefürchteten Lungenembolie – einer möglichen Folge einer Thrombose – erfolgt dies in einem oder mehreren Ästen der Lungenarterien. Dabei wird der Embolus aus den Venen durch das Herz und bis in die Lungen transportiert. In Deutschland führen Lungenembolien zu jährlich 40.000 bis 100.000 Todesfällen. Die Lungenembolie ist somit nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste, zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Ursachen einer Thrombose

Als Ursache für eine Thrombose kommen viele verschiedene Faktoren in Frage. Meistens ist es ein Zusammenspiel aus zwei oder mehreren Faktoren, die zu einer Thrombose führen. Nach wie vor hat die Virchow‘sche Trias zur Entstehung von Thrombosen Gültigkeit.

Diese besagt, dass drei Faktoren entscheidend einwirken: Veränderungen beziehungsweise Schäden an der inneren Gefäßwand, Veränderungen der Strömungsgeschwindigkeit des Blutes und Veränderungen der Viskosität (Zähflüssigkeit) des Blutes durch Änderung in der Blutzusammensetzung.

Zu Schäden an der inneren Gefäßwand der Blutgefäße kann es durch äußere Einwirkung kommen (traumabedingt), aber auch durch degenerative Veränderungen im Alter.

Entzündliche Veränderungen der Venen oder Schäden als Spätfolge von Diabetes mellitus kommen ebenfalls in Betracht.
Zu einer herabgesetzten Strömungsgeschwindigkeit kommt es vor allem bei Bettlägerigkeit und damit verbundener Bewegungsunfähigkeit, aber auch bei langem Sitzen mit abgewinkelten Knien.

Zu einer Änderung der Blutzusammensetzung und damit verbundener erhöhter Viskosität kommt es bei Gerinnungsstörungen aber auch als Folge von Dehydratation bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr. Diese und viele andere Faktoren führen zu über 200.000 Thrombosen pro Jahr in Deutschland. Überwiegend sind dabei Frauen betroffen.

Wie macht sich eine Thrombose bemerkbar?

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, abhängig von Lokalisation und Ausdehnung der Thrombose. Häufig wird eine Thrombose auch gar nicht bemerkt, verläuft symptomfrei. Bei ausgedehnten Thrombosen sind Schwellung und Wärmegefühl sowie Spannungsgefühl im Bereich der Thrombose typisch. Häufig besteht ein Wadendruckschmerz und die Haut erscheint oft gespannt und gerötet, teilweise auch blau verfärbt. Neben den tiefen Beinvenenthrombosen können aber auch die Beckenvenen betroffen sein.

Auch die obere Extremität kommt als Lokalisationsort einer Thrombose in Frage, jedoch deutlich seltener als die untere Extremität. Abzugrenzen davon, ist die oberflächliche Venenentzündung, auch Thrombophlebitis genannt. Die Ursache einer solchen akuten Thrombose mit Entzündung einer oberflächlichen Vene ist häufig ein peripherer Venenkatheter und damit eine verletzte Venenwand.
Als Komplikationen einer Thrombose sind zuerst die Lungenembolie zu nennen, die in schweren Verlaufsfällen auch tödlich enden kann. Auch das postthrombotische Syndrom ist eine gefürchtete Komplikation. Dabei kommt es zu einer Zerstörung der Venenklappen nach einer Thrombose und dadurch zu einem chronischen Blutstau. Dies kann bis zum Untergang (Nekrose) der Haut führen.

Behandlung einer Thrombose

Die Therapie besteht aus drei Eckpfeilern: Medikamente (Hemmung der Blutgerinnung), Kompression (Beschleunigung des Blutstroms) und Mobilisation (zur Verhinderung weiterer Thrombusbildung). Einen wichtigen Stellenwert nimmt auch die Nachsorge ein, um ein eventuelles postthrombotisches Syndrom zu verhindern.

Die medikamentöse Therapie besteht vor allem aus Heparinpräparaten, die unter die Haut gespritzt werden. Auch direkte oder indirekte Hemmer des Blutgerinnungsfaktors Xa kommen zum Einsatz. Dadurch wird der Thrombus am weiteren Wachstum gehindert und dem Körper so ermöglicht, diesen abzubauen. Je nach Größe kann dieser Vorgang mehrere Monate in Anspruch nehmen, weshalb überlappend mit der initialen Heparin-Therapie mit einer oralen Antikoagulation begonnen wird, die für 3 bis 6 Monate täglich eingenommen werden muss. Als bekanntestes Medikament kommt dabei Marcoumar zum Einsatz.

Auch der strikten Einhaltung der Kompressionstherapie der Beine mit Antithrombosestrümpfen oder Kompressionsverbänden kommt eine wichtige Rolle zu, um die Umverteilung des Blutes aus den tiefen in die oberflächlichen Venen zu verhindern und den Blutstrom in den tiefen Venen zu beschleunigen.

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Entgegen der früheren Praxis, bei Venenthrombose mindestens 14 Tage lang strikte Bettruhe einzuhalten, ist heutzutage die Empfehlung, frühzeitig mit der Mobilisation zu beginnen. Dadurch sollen der Stillstand des Blutes und damit das Risiko einer erneuten Thrombose verhindert werden. Aufgrund der Schmerzen ist die Mobilisierung bei einer großen Thrombose jedoch oft nicht möglich.

Vorbeugung/ Prophylaxe

Als sichere Risikofaktoren zählen unter anderem: Rauchen, Bewegungsmangel (vor allem langes Liegen bei Bettlägerigkeit oder nach Operationen), Übergewicht, Flüssigkeitsmangel, Krebserkrankungen, bereits abgelaufene Thrombosen in der Vergangenheit, ungewohnte, körperlich stark anstrengende Tätigkeit und Drogeneinnahme (vor allem intravenöser Drogenmissbrauch).

Im Alter ist also vor allem auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Auch passive Bewegung (Mobilisierung) der Extremitäten kann vorbeugend wirken. Nach Operationen muss auf konsequentes Tragen der Antithrombosestrümpfe und die Einnahme der Antithrombosemedikation (Fertigspritzen zur Verabreichung unter die Haut) geachtet werden.

Achtung: Auch unter blutverdünnender Therapie (Antikoagulation) ist eine Thrombose möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Bei schlechter Einstellung oder Einnahmepausen ist eine Thrombose auch unter Marcoumar – oder anderer blutverdünnender Therapie möglich.