Gründe für das AlternDie Frage nach einem Leben nach dem Tod beschäftigt die Menschheit bereits seit ihren Anfängen. Seit etwa 100 Jahren konzentriert sich das Interesse aber auf eine andere, wenn auch verwandte Thematik. Menschen, die nicht gerade verunglücken, sterben, weil sie körperlich altern. Aber warum Altern wir überhaupt?

Bis wir Geschlechtsreife erlangen, macht der physische Alterungsprozess ja durchaus Sinn. Auch wenn nicht jeder ewig 20 Jahre alt sein möchte, spätestens ab Mitte 40 oder Anfang 50 wünscht sich fast jeder eine Stoppuhr für den körperlichen Verfall. Warum wir jedoch im Zeitablauf unsere körperliche Leistungsfähigkeit immer mehr einbüßen und schließlich sterben, ist nach wie vor ein Mysterium.

Dem Geheimnis des Alterns auf der Spur

Der modernen Forschung gelingt es immer besser, diesen geheimnisvollen Vorgang, der unsere Existenz so stark bestimmt, zu analysieren und zu verstehen. Noch gibt nur wenige gesicherte Erkenntnisse, aber viele interessante Theorien darüber, warum wir altern und sterben. Dabei werden äußerst unterschiedliche Erklärungen angeführt.

Einige Forscher argumentieren evolutionsbiologisch und verweisen darauf, dass der Tod ein Mechanismus ist, den die Natur implementiert hat, damit es zwischen den nachwachsenden Generationen nicht zum Streit um knappe Ressourcen kommt. Die Großeltern sterben nach dieser Auffassung, damit ausreichend Nahrung und Lebensraum für die Enkel verfügbar wird. Es gibt aber weit komplexere und überzeugendere Thesen, die wir Ihnen hier kurz vorstellen.

Die wahrscheinlichsten Erklärungen für den Alterungsprozess

Die Theorie, die unter Wissenschaftlern als eine der Wahrscheinlichsten gilt, dreht sich um sogenannte freie Radikale. Als freie Radikale werden kurzlebige Molekülfragmente verstanden, die entstehen, wenn unsere Körper Sauerstoff in andere Stoffe umwandelt, wie das zum Beispiel bei der Atmung und bei der Verdauung von Nahrung der Fall ist.

Die freien Radikalen greifen gesunde Zellen an und stören den Zellstoffwechsel. Es entsteht eine Art oxidativer Stress, der es dem Körper unmöglich macht, alle angerichteten Zellschäden zu reparieren. Genau wie ein Gebäude, das über Jahrzehnte hinweg nur unzulänglich gewartet wird, verwandelt sich unserer Körper aufgrund des zunehmenden Zerfalls gesunder Zellen langsam in eine Ruine und bricht schließlich zusammen.

Eine andere Theorie besagt, dass uns vor allem negative Umwelteinflüsse zu schaffen machen. Als besonders schädlich gelten Schwermetalle in Luft und Wasser, da diese Substanzen für häufige Todesursachen wie Krebs verantwortlich sein können. Als besonders gefährlich gelten auch UV-Strahlen in zu hoher Dosis. Sie zerstören oder beschädigen unsere DNA, so dass es zu Fehlern bei der Zellteilung kommt.

Eine etwas jüngere Theorie besagt dagegen, dass Hormonschwankungen für den Alterungsprozess verantwortlich sind. Bis etwa Mitte zwanzig läuft unsere Hormonproduktion auf Hochtouren. Ab 30 Jahren stellt unser Körper jedoch deutlich weniger dieser Botenstoffe her. Daraus resultieren angeblich Kapazitäts- und Funktionsverluste, die unsere Körpersysteme immer ineffizienter werden und schließlich völlig zusammenbrechen lassen.

Lässt sich der Alterungsprozess aufhalten?

Trotz der unterschiedlichen Erklärungsansätze ist sich die Forschung darin einig, dass beim Altern sowohl genetische, als auch verhaltensbedingte Faktoren eine Rolle spielen. Noch gibt es keine Möglichkeit, den genetisch bedingten Alterungsprozess aufzuhalten. Er lässt sich jedoch durch unsere Lebensweise beeinflussen und signifikant verlangsamen.

Eine zentrale Rolle spielen dabei eine gesunde, weitestgehend pflanzenbasierte Ernährung und regelmäßige Bewegung. Der Verzicht auf Zellgifte wie Alkohol und Nikotin lässt uns länger jung bleiben. Darüber hinaus sollten intensive Sonnenbäder gemieden werden, da UV-Strahlen der Haut schaden und die ungeliebten Altersfalten deutlich früher entstehen lassen. Auch die Einnahme künstlicher Hormone wird bereits diskutiert, wegen der nicht unerheblichen Nebenwirkungen ist diese Anti-Aging-Methode aber stark umstritten.

Was uns aber definitiv nicht nur länger, sondern vor allem glücklicher Leben lässt, ist ein erfülltes Berufsleben, interessante Hobbys und soziale Kontakte. Familie, Freunde, Haustiere und soziales Engagement in der Gemeinde sind ein wahrer Jungbrunnen, aus dem jeder schöpfen kann.