Stimmungs- und Verhaltensänderungen im Alter können auf eine Erkrankung hinweisenVor dem körperlichen Alterungsprozess sind wir alle nicht gefeit. Wer Glück hat und auf sich achtet, ist oft bis ins hohe Alter hinein geistig fit und gesund. Leider trifft das nicht auf alle Menschen zu. Oft ändert sich mit fortschreitendem Alter auch das Gemüt, manchmal sogar der Charakter. Einst fröhliche, muntere Menschen werden plötzlich besserwisserisch und mürrisch, manchmal sogar richtig aggressiv.

Wichtig ist der Grad der Veränderung

Diese Veränderungen werden meist dem natürlichen Alterungsprozess zugeschrieben, der dafür auch verantwortlich sein kann. Wenn Menschen aber kaum mehr wiederzuerkennen sind, spielen andere Faktoren als das Alter eine Rolle.

Betroffene und ihre Familienangehörigen sollten dann unbedingt zeitnah einen Arzt zuziehen, da solche Anzeichen oft eine beginnende Demenz ankündigen. Je eher mit einer Therapie der Störung begonnen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Fortschreiten der Krankheit aufgehalten werden kann.

Darüber hinaus können solche Verhaltensänderungen auf andere Faktoren zurückzuführen sein, die alle ärztlich abgeklärt werden sollten. Es ist deshalb wichtig, dass sich sowohl die Senioren selbst, als auch ihre Angehörigen vor Augen führen, dass starke Stimmungsschwankungen meist sehr ernste Ursachen haben. Im Zweifel sollte stets ein Arzt hinzugezogen werden.

Welche Verhaltensänderungen sind typisch für Demenz?

Demenz entwickelt sich zu einer Art Volksseuche. Schätzungen zufolge leiden etwa 1,3 Millionen Bürger unter Demenz. Bis zum Jahr 2030 soll sich die Zahl in etwa verdoppeln. Einige Symptome treten bereits auf, noch lange bevor die Krankheit selbst diagnostiziert werden kann. Bestimmte Verhaltensänderungen sind dabei typisch für Demenz. Dazu zählt beispielsweise ein gestörter Schlaf- und Wachrhythmus, der auf starke Schlafstörungen zurückzuführen ist. Selbst wenn Senioren meist nicht mehr arbeiten und am nächsten Morgen nicht fit sein müssen, kann der ungewollte Schlafentzug enorm anstrengend sein.

Aufmerksam werden sollten Angehörige auch dann, wenn ein eher sanfter Mensch plötzlich starke Verhaltensänderungen zeigt und ständig Aggressionen und Wut ausstrahlt. Demenzkranke verhalten sich oft irrational und werden nicht selten sogar gewalttätig. Besonders belastend für die Angehörigen ist das Misstrauen, das Ihnen plötzlich entgegenschlägt. Wenn die Aggressionen zusätzlich mit Wahnvorstellungen einhergehen, werden Pfleger bsp. sehr schnell des Diebstahls bezichtigt. Solche Verdächtigungen dürfen Betroffene keinesfalls persönlich nehmen.

Welche anderen Ursachen können Stimmungsschwankungen im Alter haben?

Demenz ist nur eine mögliche Ursache, wenn sich Menschen plötzlich verändern. Neben der Demenz können andere Krankheiten die Stimmung beeinflussen, zum Beispiel Erkrankungen des Gehirns wie Tumore oder Arteriosklerose der Hirngefäße.

Bei einer Arteriosklerose kommt es durch Verkalkung zu einer Verengung der Blutgefäße im Gehirn. Etwa 75 Prozent aller Schlaganfälle entstehen so. Darüber hinaus kann die Verkalkung Verhaltensänderungen bewirken.

Gehirntumore müssen nicht immer bösartig sein. Auch gutartige Varianten können die Verhaltensweise beeinflussen. Oft werden Personen antriebsschwach und apathisch. Sie stumpfen emotional ab und zeigen kein Interesse mehr an ihrem Umfeld. Die Persönlichkeit der Betroffenen scheint zu verschwinden.

Manchmal ist aber auch die Seele schuld, wenn ältere Menschen sich extrem verändern. Starke Depressionen sind unter Senioren nicht selten. Ursächlich dafür sind meist soziale Isolation und der Verlust geliebter Menschen. Manche Senioren, die gerne und lange gearbeitet haben, kommen mit dem Ruhestand nicht zurecht und werden depressiv, weil sie ihrem Leben keinen Sinn mehr abgewinnen können.

In jedem Fall sollten beträchtliche Verhaltensveränderungen von Angehörigen oder der Pflegekraft von Senioren nicht einfach auf das Alter geschoben, sondern mit einem Arzt erörtert werden.