Unser Hüftgelenk ist ein mechanisches Meisterwerk. Das Kugelgelenk erlaubt Bewegungen in sechs Richtungen, die als Beugen und Strecken, An- und Abspreizen sowie als Innen-und Außendrehen bezeichnet werden. Unser Hüftgelenk kann das sogar alles gleichzeitig, was jedes Mal nötig wird, wenn wir von einem Stuhl aufstehen.

Neben ihrer Gelenkigkeit zeichnen sich Hüftkopf und Becken noch durch eine enorme Belastbarkeit aus. Die Druckbelastung beim Gehen oder Stehen beträgt fast das Doppelte des eigenen Körpergewichts. – Kein Wunder also, dass das Hüftgelenk manchmal, vor allem mit zunehmendem Alter, streikt.

Was bedeutet Coxarthrose?

Hüftgelenksarthrose

Eine der häufigsten Störungen ist die Arthrose, also der Gelenkverschleiß. Beim Gelenkverschleiß ist der Knorpel so stark abgenutzt, dass das Zusammenspiel zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne nicht mehr reibungslos funktioniert. Eine Coxarthrose tritt besonders häufig bei Menschen über 60 Jahren auf. In dieser Gruppe sind etwa 5 Prozent von der Erkrankung betroffen.

Die Patienten leiden oft unter starken, im fortgeschrittenen Stadium meist unter geradezu unerträglichen, Schmerzen. Darüber hinaus ist die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und die Betroffenen entwickeln beim Versuch, das Hüftgelenk möglichst nicht zu belasten, um die starken Schmerzen zu vermeiden, eine Fehlhaltung.

Was sind die Ursachen und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Hüftgelenksarthrose kann unterschiedliche Auslöser haben. Hier ist stets eine gründliche ärztliche Diagnose erforderlich. Meist sind die Schäden am Hüftgelenk auf eine Gelenkentzündung, Verletzungen bei Unfällen oder beim Sport sowie auf angeborene Defekte zurückzuführen. Nicht bei jedem Patienten lässt sich herausfinden, was die Coxarthrose ausgelöst hat.

Im Frühstadium der Krankheit und bei Patienten, die nur an mäßigen Schmerzen leiden, raten die Ärzte meist zu einer konservativen Therapie. Das heißt, es wird zunächst auf einen operativen Eingriff verzichtet, stattdessen kommen weniger invasive Behandlungsmethoden zum Einsatz. Medikamente, die das Fortschreiten des Knorpelverschleißes aufhalten und die Krankheit damit kausal therapieren können, gibt es allerdings noch nicht. Die Behandlung setzt deshalb bei den Symptomen an.

Im Vordergrund steht die medikamentöse Schmerzlinderung. Darüber hinaus wird mit Hilfe von Physiotherapie versucht, die Funktionsweise und die Stabilität der Gelenke zu erhalten. Auch eine ärztlich begleitete Ernährungsumstellung kann die Schmerzen effektiv lindern.

Letzter Ausweg: Operation des Hüftgelenks

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, hilft nur noch eine Operation. Oft wird den Patienten dann ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Gerade für ältere Menschen ist ein solcher Eingriff aber eine enorme Herausforderung und das nicht nur wegen der Operation selbst.

Das Gehen mit dem neuen Hüftgelenk muss erst gelernt werden, damit es nicht zu einer Überlastung kommt. Bei den alltäglichen Verrichtungen im Haushalt kommt es auf die richtigen Bewegungsabläufe an, damit das neue Hüftgelenk seine Aufgabe erledigen kann. Die physiotherapeutischen Maßnahmen müssen nach der Operation in aller Regel fortgesetzt werden, um die meist verkümmerte Muskulatur wieder aufzubauen.

Was können die Patienten selbst tun?

Ob und welche Selbsthilfemaßnahmen sinnvoll sind, hängt vor allem davon ab, wie ausgeprägt der Gelenkverschleiß bereits ist und wie stark die damit verbundenen Schmerzen sind. Gerade zum Schmerzmanagement können die Patienten selbst viel beitragen. Schmerz hat oft eine psychische Komponente. Sobald der Schmerz sich auf die Stimmung auswirkt und den Alltag beherrscht, wird er als unerträglich wahrgenommen, selbst wenn er objektiv betrachtet noch im unteren Drittel der Skala rangiert.

In solchen Fällen helfen Entspannungstherapien, insbesondere die Biofeedback-Methode und autogenes Training. Darüber hinaus werden die Belastung des Hüftgelenks und damit häufig die Intensität des Schmerzes durch unser Körpergewicht bestimmt. Übergewichtige Patienten können sich schon alleine dadurch Erleichterung verschaffen, dass sie ihr Gewicht reduzieren.

Die Reduktionsdiät sollte aber von einem Profi zusammengestellt werden, da sich auch die Ernährung positiv auf die Gelenke auswirken kann. So kann eine pflanzenbasierte Kost einen großen Beitrag zur Eindämmung der entzündlichen Prozesse in den Gelenken leisten. Tierische Fette und Proteine sind dagegen kontraproduktiv und sollten gemieden werden.