Das Messen der Qualität in der Altenpflege gestaltet sich in der heutigen Zeit zunehmend schwierig – aber das aus gutem Grund. Während in früheren Zeiten vor allem darauf geachtet werden musste, dass die Pflegepersonen „still, satt und sauber“ waren, werden sie heute als Individuen mit individuellen Ansprüchen und Bedürfnissen wahrgenommen, denen es gerecht zu werden gilt.

Die moderne Pflege muss somit vielfältigen Anforderungen gerecht werden. Eine Hauptaufgabe besteht darin, die Lebensqualität der pflegebedürftigen Personen zu erhöhen oder zu erhalten. Die Anforderungen an Pflegekräfte nehmen aus diesem Grund immer weiter zu, was es oft schwierig macht, alle Aufgaben angemessen zu erfüllen.

Ist Qualität in der Pflege messbar?

In stationären Pflegeeinrichtungen ist in der Regel eine Qualitätskontrolle nach objektiven Kriterien möglich. Die Qualifikation des Pflegepersonals, der Umgang mit den Pflegebedürftigen, die Atmosphäre in der Pflegeeinrichtung und die Umsetzung der vielfältigen Aufgaben lassen sich beobachten, protokollieren und auswerten.

Vielfach wird in diesem Zusammenhang von der prekären Situation in deutschen Pflegeheimen berichtet. Ein starker Mangel an Pflegekräften führt zu allgemeiner Unzufriedenheit unter den Angestellten und den zu pflegenden Personen, und mitunter zum Einsatz unqualifizierter Personen. Trotz des fehlenden Personals müssen alle Aufgaben erledigt werden – nicht selten sind Überstunden in Pflegeheimen alltäglich. Die Qualität der Pflege sinkt durch diesen Umstand. Das Personal ist nicht in der Lage, jedem Pflegebedürftigen gerecht zu werden, wenn es eine kaum zu bewältigende Masse an Aufgaben in knapp bemessener Zeit zu erfüllen hat.

Neben diesen objektiven Bewertungskriterien ist vor allem das subjektive Empfinden der Bewohner derartiger Einrichtungen von großer Bedeutung. Die Pflege orientiert sich immer an der individuellen Person und sollte aus diesem Grund auch von dieser bewertet werden. Nur wenn die Gepflegten mit der Pflege zufrieden sind, kann diese als erfolgreich und qualitativ hochwertig bezeichnet werden. In einigen Pflegeheimen wurden bereits Untersuchungen zur Zufriedenheit der Gepflegten durchgeführt.

Die Versorgung in der Ambulanten Pflege

In der ambulanten Pflege kümmert sich in der Regel eine Pflegekraft für einen langen Zeitraum um die gleiche Person. In diesem „Setting“ ist es wesentlich leichter, eine Beziehung zwischen dem zu Pflegenden und der Pflegekraft aufzubauen. Hieraus ergibt sich die Tatsache, dass die Ausrichtung der Pflege nach den speziellen Anforderungen und Bedürfnissen des jeweils Gepflegten leichter und besser umzusetzen ist als in stationären Einrichtungen. Die Lebensqualität ambulant gepflegter Personen ist daher in aller Regel höher als die von Personen in Pflegeheimen.

Selbstständige Lebensführung und der Erhalt der Lebensqualität sind mit der ambulanten Pflege eher zu gewährleisten, da sich die Pflege stärker an der Einzelperson orientieren kann und der Gepflegte nicht in der „Masse“ unterzugehen droht.

Die Zufriedenheit steht im Mittelpunkt.

Sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Pflege lässt die Qualität sich vor allem an der Zufriedenheit der gepflegten Personen messen. Letztendlich liegt es an diesen, zu bewerten, wie zufrieden sie mit den an ihnen ausgeübten Pflegeleistungen sind und wie sie ihre Lebensqualität einschätzen. Darüber hinaus lässt sich die Pflegesituation objektiv anhand der Qualifikation der Pflegepersonen, der Stellensituation, der aufgebrachten Zeit pro Person und der Durchführung der Leistungen bewerten.