Bei der Überprüfung der Nierengesundheit, stellt der behandelnde Arzt mitunter Fragen, die zumindest auf den ersten Blick nicht unmittelbar in Verbindung mit den Nieren stehen. So werden zu Beginn Blutdruck und Blutzucker gemessen, das Gewicht überprüft, die Medikamenteneinnahmen besprochen und der Patient gefragt, ob er raucht.

Doch warum werden derartige Faktoren berücksichtigt, wenn die Nierengesundheit überprüft wird? – Wer glaubt, dass nur eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme zu Problemen mit den Nieren führen kann, der irrt. Es sind zahlreiche Faktoren, die einen Einfluss auf die Nierengesundheit nehmen.

Kontrolle der Nieren in regelmäßigen Abständen

Blutdruckhöhe, Zigaretten und Blutzucker haben einen Einfluss auf die Nierenleistungen. Die Niere ist ein großes Blutgefäß und vergleichbar mit einem Schwamm. Das Geflecht, das aus harn- und blutfördernden Kanälchen besteht, trennt die brauchbaren von den unbrauchbaren Stoffen und regelt den Mineralstoff- und Wasserhaushalt.

Werden die Gefäße durch Diabetes oder Bluthochdruck beschädigt, beeinträchtigt das in weiterer Folge das Gefäßnetz der Nieren. Die Folgen sind katastrophal. Das Hauptproblem besteht darin, dass das Filterorgan Niere zunächst lange Zeit stumm bleibt. Der Patient leidet unter keinen Schmerzen, bemerkt keine Müdigkeit, hat keinen blutigen oder schäumenden Urin und auch sonst keine Beschwerden, die darauf schließen lassen würden, dass seine Nieren nicht mehr zu 100 Prozent funktionieren. Genau deshalb ist es wichtig, dass der Urin in regelmäßigen Abständen auf Blut- und Eiweißspuren kontrolliert wird. Treten bereits Beschwerden auf, die in Verbindung mit den Nieren stehen, ist es in vielen Fällen zu spät.

Im Zuge der Nierenüberprüfung wird das Kreatinin gemessen – ein Stoff, der Anhaltpunkte liefert, wie es den Nieren geht. Allerdings sind viele Mediziner der Meinung, der Kreatininwert sei zu sehr von der Muskelmasse des Patienten abhängig und empfehlen daher die Bestimmung der aussagekräftigeren Filtrationsrate. Beide Werte unterscheiden sich hinsichtlich des Geschlechts und Alters des Patienten.

Auf den Blutdruck achten

Ab dem 40. Lebensjahr verlieren die Nieren pro Jahr rund ein Prozent der Leistungskraft. Das heißt, dass die Nieren eines 70-Jährigen um rund ein Drittel „schwächer“ arbeiten. Doch dieser Leistungsverlust ist noch lange kein Grund zur Sorge. Erst wenn sich Funktionseinbußen bemerkbar machen und auf dem Laborzettel der Blut- und Nierenuntersuchung niederschlagen, ist es wichtig, dass reagiert wird, insbesondere dann, wenn der Patient unter Bluthochdruck leidet.

Ein hoher Blutdruck hat einen enormen Einfluss auf die Nieren und sorgt für eine noch schnellere Leistungsreduzierung. Problematisch ist vor allem der Umstand, dass die Nieren eine nicht unwesentliche Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks spielen. Liegt ein Nierenschaden vor, steigt der Blutdruck. Dies führt wiederum zu einer weiteren Schädigung und Leistungsminimierung der Nieren. Besteht schon eine fortgeschrittene Nierenschwäche, kann es zu einem Nierenversagen kommen. In vielen Fällen muss der Betroffene fortan zur Dialyse.

Nierenerkrankungen haben auch einen weitgehenden Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Menschen. Beispielsweise steigt bei Nierenschäden das Herzinfarktrisiko.

Nierenerkrankungen können vorgebeugt werden

Es geht aber nicht um die Behandlung der Nierenschwäche, sondern zuallererst die Verhinderung einer Nierenerkrankung. Wichtig ist daher, dass in regelmäßigen Abständen Blutzucker- und Blutdruckwerte gemessen werden und Faktoren, die eine Nierenerkrankung auslösen können, berücksichtigt werden. – Zu den Faktoren, welche die Nieren schädigen, gehören die Giftstoffe der Zigaretten, ein zu hoher Blutzucker, zu wenig Bewegung und in weiterer Folge zu viel Bauchfett.

Gibt es bereits Auffälligkeiten in den Laborwerten, sollten Betroffene mit dem Arzt Rücksprache halten und sich, falls erforderlich, für eine entsprechende Therapie und eine Änderung des Lebensstils entscheiden. Sollte ein gesünderer Lebensstil keine sichtbaren Erfolge mit sich bringen, kann und wird der Arzt im Anschluss eine medikamentöse Therapie empfehlen.