Schlüssel und Umzugskarton - Wohnen im Alter - Möglichkeiten für SeniorenFür viele Menschen, die schon älter als 65 Jahre sind, liegt der letzte Umzug mitunter schon Jahrzehnte zurück. Sie haben meist mehr als 30 oder 40 Jahre in demselben Haus oder derselben Wohnung verbracht. Mit den Jahren ändern sich aber die Bedürfnisse – war das Wohnen vor 30 Jahren noch ideal, kann es für das Wohnen im Alter sinnvoll sein, sich eine andere Bleibe zu suchen.

Einerseits können altersbedingte Schwierigkeiten mit der Mobilität der Grund hierfür sein, andererseits werden Häuser mit den Jahren oft zu groß, nachdem die Kinder schon lange ausgezogen sind.

Welche Möglichkeiten stehen älteren Menschen zur Verfügung?

Natürlich ist die Entscheidung, in ein neues zu Hause zu ziehen und die vertraute Umgebung zu verlassen, extrem schwer. Vor allem dann, wenn es gesundheitliche Aspekte sind, die dazu führen, dass die eigenen vier Wände nicht mehr problemlos genutzt werden können.

Doch welche Alternativen stehen zur Verfügung? Müssen ältere Menschen gleich in ein Seniorenheim umziehen? – Nein. Es gibt Wohngemeinschaften, betreute Wohnungen oder kleinere und günstig gelegene Wohnungen – am Ende kann sogar ein barrierefreier Umbau dafür sorgen, dass Betroffene bis zum Lebensende in den eigenen vier Wänden bleiben können.

Welche Möglichkeiten für das Wohnen im Alter gibt es?

Eine Senioren-Wohngemeinschaft ist dann eine ideale Möglichkeit, wenn ältere Menschen nicht alleine leben wollen. Der Begriff „WG“ wird vorwiegend mit Studenten in Verbindung gebracht. Das heißt noch lange nicht, dass diese Wohnmöglichkeit nicht auch von älteren Semestern genutzt werden kann. Einerseits beugt man so der Alterseinsamkeit vor, andererseits ist im Notfall immer eine andere Person in der Nähe. Die größte Herausforderung? – Toleranz für Eigenheiten und Gewohnheiten – nur dann kann eine Wohngemeinschaft auch funktionieren.

Eine weitere Möglichkeit ist das Mehrgenerationenhaus. Hier leben wie in traditionellen Großfamilien mehrere Generationen in einem Haus. Die Bewohner des Mehrgenerationenhauses müssen nicht miteinander verwandt sein. In einem Mehrgenerationenhaus gibt es Gemeinschaftszimmer sowie private Räume, die nur einer Mietpartei zur Verfügung stehen. Die Arbeitsteilung, der Austausch von Erfahrungen und die gegenseitige Unterstützung sind es, die derartige Wohnprojekte auszeichnen.

Natürlich wünscht man sich, so lange wie möglich – im besten Fall bis zum Lebensende – in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Doch es gibt auch Gründe, die für einen Umzug in ein Seniorenheim sprechen können. So ist in einem Seniorenheim eine medizinische Betreuung möglich, die „24 Stunden am Tag“ zur Verfügung steht. Wichtig ist, dass sich die Betroffenen im Vorfeld genau über das Domizil informieren. Es gibt unterschiedliche Seniorenheime, sodass im Vorfeld ein Besuch ratsam ist, bevor eine Entscheidung getroffen wird, welche Residenz es am Ende sein soll.

Der Umbau der eigenen vier Wände

Natürlich können ältere Menschen auch in den eigenen vier Wänden bleiben und dort durch Angehörige und eine sogenannte 24-Stunden-Betreuungskraft unterstützt werden, sofern keine erheblichen gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen und das Haus oder die Wohnung derart angepasst werden können, dass eine Erfüllung aller Bedürfnisse möglich ist. Mitunter sind es nur wenige Umbauarbeiten, die dafür sorgen, dass das Wohnen im Alter auch für pflegebedürftige Personen bis zum Lebensende in den eigenen vier Wänden möglich ist.

Von Vorteil ist der Umstand, dass viele barrierefreie Umbaumaßnahmen von Seiten des Staates oder des Landes gefördert werden. Wer einen Umbau plant, sollte im Vorfeld Kontakt mit den zuständigen Behörden aufnehmen und in Erfahrung bringen, welche Maßnahmen finanziell unterstützt werden.

Welche Umbaumaßnahmen sind meist notwendig?

  1. Problematisch ist für ältere Menschen häufig die Bewältigung langer oder steiler Wege – und damit der Eingangsbereich zum Haus oder zur Wohnung. Führt nur eine Treppe zum Haus oder zur Wohnung, die nicht mehr problemlos bewältigt werden kann? In diesem Fall hilft eine Rampe oder ein Hublift. Wichtig ist auch, dass der Eingangsbereich eine ausreichende Größe aufweist, sodass Betroffene mit Fortbewegungshilfen – etwa einem Rollstuhl oder Rollator – in das Innere des Gebäudes gelangen können.
  2. Liegt eine Hörschädigung vor, ist es ratsam, wenn spezielle Türklingeln, Telefone, Gasmelder und Rauchmelder installiert werden, die nicht nur einen Signalton von sich geben, sondern auch Lichtblitze aussenden und somit von Gehörlosen oder schlecht hörenden Personen wahrgenommen werden können.
  3. Wie kann das Wohnen im Alter außerdem erleichtert werden? – Auch die tägliche Körperhygiene kann zu einer kaum zu bewältigenden Herausforderung werden. Das ist vor allem dann ein Problem, wenn ältere Personen nicht mehr allein in die Dusche oder Badewanne kommen, weil der Einstieg zu hoch ist. Empfehlenswert sind hier barrierefreie Nasszellen ohne Duschtassen. Von Vorteil ist zudem ein Duschsitz, sodass sie während der Körperhygiene sitzen können. Auch Haltegriffe zum Aufstützen sind sinnvoll. Wichtig ist, dass rutschfeste Fliesen verlegt werden, sodass die Sturzgefahr reduziert werden kann.
  4. Ist das Strecken und Bücken schon fast unmöglich geworden, ist es schwer, Schüsseln, Vorräte oder Töpfe aus den Schränken zu nehmen oder wieder einzuräumen. Eine Unterstützung bieten sogenannte Apothekerschränke, die horizontal herausgezogen werden können und es ermöglichen, die verstauten Gegenstände problemlos zu erreichen.
  5. Selbst die Möbel im Schlafzimmer sind für Menschen, die körperlich eingeschränkt sind, mitunter ein Hindernis. Deshalb ist es wichtig, dass sich das Bett in einer bequemen Höhe zum Einsteigen befindet. Zudem ist es ratsam, wenn das Zimmer derart viel Bewegungsfreiheit bietet, dass Betroffene von drei Seiten (links, rechts, oben/unten) zum Bett gelangen können.